KPF102 Coyote vs. ACME
„Beep beep!“
Manche Filme haben eine Entstehungsgeschichte, die selbst klingt wie ein Looney-Tunes-Gag. „Coyote vs. ACME“ ist so einer: 2023 fertig abgedreht, von Warner Bros. dann aber nicht veröffentlicht, sondern als Steuerabschreibung im Giftschrank versenkt. Erst ein beispielloser Fan-Aufschrei (#ReleaseCoyoteVsAcme) und der kleine Verleih Ketchup Entertainment holten den Film zurück ans Licht, bis er jetzt 2026 endlich im Kino lief.
Die schönste Pointe liegt also außerhalb der Leinwand: Ein Film darüber, wie ein kleiner Verlierer einen seelenlosen Konzern vor Gericht zerrt, wäre beinahe selbst von einem seelenlosen Konzern beerdigt worden. Basierend auf Ian Fraziers New-Yorker-Satire von 1990 und produziert von James Gunn, der die Kultpess in letzter Zeit ohnehin auf Trab hält, schickt der Film Wile E. Coyote gegen die ACME Corporation vor Gericht – wegen all der mangelhaften Produkte, die ihn den Road Runner nie fangen ließen.
In dieser Episode sprechen wir über Chuck Jones’ legendäre Regeln, nach denen Coyote und Road Runner überhaupt funktionieren – und über den irrwitzigen Mut, einen Protagonisten ins Zentrum zu stellen, der kein einziges Wort spricht, sondern allein über Mimik und Gestik kommuniziert. Wir reden über die fast verschwundene Tradition des Live-Action-Animations-Hybrids, über die perfekte Gag-Dichte in einer Komödie und über die unverkennbare James-Gunn-ness des Ganzen.
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